Die heutige evangelische Dorfkirche Taucha, die in vorreformatorischer Zeit „der Ehre Aller Heiligen“ geweiht gewesen sein soll, besteht baulich betrachtet aus 3 Bestandteilen.

Ältester Teil ist der wuchtige romanische Westturm, dessen Alter man vor allem an der Form der Schallöcher erkennen kann, mit seinem steilen Spitzhelm aus spätgotischer Zeit.

Ebenfalls spätgotisch ist der polygonale (vieleckige) Chor mit seinen Strebepfeilern, der eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem Chor der 1561 bis 1563 errichteten  Weißenfelser Klosterkirche St. Klara aufweist (heute Bestandteil der Friedhofskapelle).

Der Bau des heutigen Kirchenschiffes erfolgte in den Jahren 1873/1874 nach Abriss des vorherigen, deutlich niedrigeren und schmaleren Schiffes, durch das die Kirche nach alten Aufzeichnungen einen „eigenartigen, wenngleich nicht schönen Anblick“ geboten haben soll. Erst durch diesen Umbau, der in seinem Aufwand einem Neubau gleichkam, erhielt die Kirche ihr heutiges stattliches Aussehen. Aus dieser Zeit stammt auch die neugotische Inneneinrichtung (Kanzel, Emporen, Bänke) sowie der gewaltige offene Dachstuhl, der. Taufstein ist allerdings älter. Der Altar mit Kruzifix wurde in seiner jetzigen Form in den 1960er Jahren errichtet. Die Orgel aus der berühmten Orgelbauanstalt Ladegast in Weißenfels wurde einst von Experten wegen ihrer Klangschönheit gerühmt. Sie verfügt über eine mechanische Traktur, 17 Register und ca. 900 Pfeifen. Im Jahr 2010 ist die Orgel repariert und restauriert worden mit dem Ziel der Wieder-Spielbar-Machung. Im Turm hängt heute nur noch eine Glocke. Die anderen fielen den Kriegen des 20. Jahrhunderts zum Opfer.

In den letzten Jahren hat die Kirchengemeinde viel zum Erhalt der Kirche getan. Zunächst wurde in den Jahren 1986 – 1988  der nach einem heftigen Gewitter jahrelang durch ein riesiges Loch verunzierte Turm dank großzügiger Spenden aus der Partnergemeinde Rossdorf (Hessen) mit Schiefer neu gedeckt, anschließend erfolgte eine Reparatur des Kirchendaches mit Preolit-Schindeln. Leider erwies sich deren Qualität als mangelhaft, so dass erneut Nässe ins Innere eindringen konnte und schwere Schäden am Dachstuhl verursachte, weshalb die Kirche für die Benutzung gesperrt werden musste. Im Jahr 2006 konnte  mit Hilfe vieler Spender, Geldern aus der Lotto-Stiftung und Fördermitteln des Kirchenkreises das Dach neu und dauerhaft gedeckt ,  die Kirche malermäßig instandgesetzt und  wieder in Gebrauch genommen werden. Im Jahr 1990 erfolgte mit Hilfe der Kommune eine Neuinstallierung der Elektroanlage und 1993/1994 wurden mit Unterstützung der in Taucha ansässigen Firma Agrodur und der Partnergemeinde  die Fenster erneuert.

Eine echte Besonderheit ist ein an der Außenmauer des Friedhofes angebrachtes, leider sehr verwittertes Marienbild, welches sich früher an einem Pfeiler des im 19. Jahrhundert abgerissenen Marientores befunden hat.